Weidensorten von Agrobränsle AB
Europa benötigt neue Energiequellen, die langfristig die bislang genutzten Energieträger Kohle, Öl und Kernkraft ersetzen können, ohne zusätzlich Kohlendioxid zu emittieren. Die Weide ist ein nachwachsender, CO2 neutraler Festbrennstoff, der diese Anforderungen erfüllt.
Züchterische Fortschritte, langjährige Anbau-erfahrung und eine optimierte Anbautechnik haben die Wettbewerbsfähigkeit der Biomasse-erzeugung verbessert. Die Anbaufläche von Weiden Energieholzfeldern ist in Schweden im Jahr 2005 auf über 17.000 ha angestiegen.
Sorten
Jorr (Salix viminalis) Die Sorte Jorr entstand aus holländischen und südschwedischen Klonen. Gegenüber älteren Sorten ist die Blattrostresistenz dieser Sorte wesentlich ausgeprägter. Die Sorte zeichnet sich durch eine zügige Jugendentwicklung aus. Der Stamm ist relativ dunkelgrün und wächst meist sehr gerade. Dennoch wird die Sorte im Feld als relativ „grau“ wahrgenommen. Spätfrost-gefährdete Lagen sollten nicht bepflanzt werden, da die Sorte etwas empfindlich auf Frost in der Jugendentwicklung reagiert. Generell ist die Frosttoleranz von Jorr mittelmäßig. Jorr wurde unter anderem zur Abwasserklärung in einem EU Projekt in den Jahren 1998 bis 2002 als Versuchssorte in Irland Griechenland, Frankreich und auf der schwedischen Insel Gotland eingesetzt. Neupflanzungen in Schweden seit 2002: 34 ha
Tora (Salix schwerinii x Salix viminalis) Tora entstand durch die Kreuzung einer sibirischen Korbweide mit der von Svalöf Weibull gezüchteten Sorte Orm. Die Sorte unterscheidet sich von anderen Weidensorten durch ein buschartiges Wachstum mit vielen Trieben pro Pflanze und sehr hohen Zuwachsraten. Die Stämme sind dunkelbraun und glänzen leicht. Die Wuchsform der Stämme variiert von Pflanzjahr zu Pflanzjahr, je nach Witterungsverlauf und Pflanzenschutz in der Jugendphase. Tora ist außerordentlich ertragsstark und fällt im Landschaftsbild auf. Die Sorte ist weitestgehend blattrostresistent und wird lediglich in untergeordnetem Maße von Gallmücken und anderen Insekten befallen, die großen Schaden an den Triebspitzen verursachen können. Tora wird selten durch Rot- und Rehwildverbiss, Feldhasen oder Schwarzwild beeinträchtigt. Tora steht großflächig in Mittelschweden trotz ausgeprägter Frostperioden. Die Stämme sind in der Ernte relativ feucht. Neupflanzungen in Schweden seit 2002: 1122 ha
Torhild ((salix viminalis x Salix Schwerinii) x Salix viminalis) Torhild ist eine Kreuzung der Sorten Tora und Orm. Torhild hat lanzettliche Blätter und einen braun-grünen Stamm. Obwohl beide Elternteile eher zum gebogenen Stammwachstum neigen, sind die Stämme von Torhild absolut gerade. Die Sorte ist im Ertrag mittelmäßig und etwas anfälliger gegen Blattrostbefall. Bei Torhild kam es in Mittelschweden zu Frostschäden an Pflanzungen. Frostgefährdete Lagen sollten daher vermieden werden. Neupflanzungen in Schweden seit 2002: 125 ha
Sven (Salix viminalis x (Salix viminalis x Salix schwerinii)) Sven ist eine Kreuzung der Sorten Jorunn und Björn. Sven zeichnet sich durch lanzettliche Blätter und einen sehr geraden Stamm aus. Die Stämme sind hellbraun bis grün. Sven ist resistent gegen Blattrostbefall, reagiert aber etwas empfindlich auf Gallmücken und andere saugende Insekten die Schäden an den Triebspitzen verursachen können. Da es in Mittelschweden zu Frostschäden an Pflanzungen kam sollten frostgefährdete Lagen gemieden werden. Neupflanzungen in Schweden seit 2002: 320 ha
Gudrun (Salix dasyclados) Gudrun ist eine Kreuzung der Sorte Långa Veka Röd und der russischen Sorte Helga. Die Sorte zeichnet sich durch eine sehr hohe Frosttoleranz und eine ausgeprägte Resistenz gegen Blattbockkäfer aus. Gudrun wird mit relativ geringem Wassergehalt geerntet. Da die Sorte sehr breitblättrig ist und über ein sehr dichtes Blattwerk verfügt ist der Unkrautdruck bei etablierten Beständen dieser Sorte wesentlich geringer als bei vergleichbaren Sorten. In der Jugendphase entwickelt sich Gudrun jedoch sehr langsam. Daher ist ein effektiver Pflanzenschutz notwendig. Die breiten Blätter sind zudem etwas verbissgefährdet. Gudrun entwickelt sich generell langsamer als alle anderen Sorten. Verbissschäden wachsen sich in der Regel aus und die Unkrautkonkurrenz wird durch den stark verschattenden Bestand im Laufe des ersten Standjahres unterdrückt. Die Frosttoleranz von Gudrun ist äußerst ausgeprägt. Bei Versuchen in Lappland war Gudrun neben anderen Klonen russischen Ursprungs die einzige Sorte, die den klimatischen Bedingungen trotzen konnte. Neupflanzungen in Schweden seit 2002: 576 ha
Tordis ((Salix viminalis x Salix Schwerinii) x Salix viminalis) Tordis ist eine Kreuzung der Sorten Tora und Ulv. Die Sorte ist äußerst ertragsstark und hat in Südschweden und Polen bereits im Pflanzjahr Zuwächse von über 4 m erzeugt. Tordis wächst auf trockenen Standorten wesentlich besser als andere Sorten. Die Hackschnitzel sind in der Ernte in der Regel trockener als Erntegut anderer Sorten. Tordis ist absolut resistent gegen Blattrost, die Blätter bleiben bis in den Oktober grün und verfärben sich dann gelb. Bis Mitte November sind die Blätter jedoch in der Regel abgefallen, so dass Ende November mit der Ernte begonnen werden kann. Neupflanzungen in Schweden seit 2002: 482 ha
Olof (Salix viminalis x (Salix viminalis x Salix Schwerinii) Olof entstand durch die Kreuzung der alten englischen Sorte Bowles Hybrid mit Björn. Olof hat lanzettliche Blätter und einen geraden Stamm. Die Stämme sind sehr hochwüchsig und verzweigen sich kaum. Dadurch kann die Verschattung in den Beständen teilweise zu gering sein. Blattrostbefall wurde bei Olof bislang nicht beobachtet. Die erzielten Erträge sind bislang sehr hoch. Neupflanzungen in Schweden seit 2002: 24 ha
Karin ((Salix schwerinii x Salix viminalis) x Salix burjatica) Karin ist die Kreuzung eines Schwerinii Klones mit einem russischen Klon aus der Gegend von Kirov. Die Sorte hat schmale lanzettliche Blätter und eine charakteristische Rotfärbung an der Triebspitze. Die Stämme sind bräunlich-gelb und gerade. Doris verfügt über eine geringere Unkrautkonkurrenz als Doris oder Gudrun. Karin scheint relativ hohe Erträge zu erzeugen und ist ausgesprochen frosttolerant. Neupflanzungen in Schweden seit 2002: 4 ha
Inger (Salix triandrax Salix viminalis) Inger ist eine Kreuzung der Sorte Jorr mit einem russischen Klon aus der Nähe von Novosibirsk. Inger weist auf trockenen Standorten sehr gute Zuwächse auf. Das Erntegut ist in der Regel relativ trocken. Inger entwickelt aufgrund seines buschartigen Wachstums einen relativ dichten Bestand. Die Farbe der Stämme ist graugrün bis gelblich. Inger ist sehr blattrostresistent und verliert sein Laub ebenfalls erst Ende Oktober. Die Frosttoleranz dieser Sorte scheint mittelmäßig zu sein, in Schweden wurde sie bislang nur in Skåne angebaut. Neupflanzungen in Schweden seit 2002: 56 ha
Doris (Salix burjatica x Salix dasyclados) Die Sorte Doris ist die Kreuzung eines russischen Klones aus der Nähe von Kirov und einem sehr breitblättrigem polnischen Klon. Doris wächst sehr buschig und hat als etablierter Bestand eine gute Unkrautkonkurrenz. Allerdings ist Sie wie Gudrun etwas langsamer in der Jugendentwicklung. Neupflanzungen in Schweden seit 2002: 27 ha
Tabelle 1: Von Agrobränsle in Schweden gepflanzte Sorten nach Jahren
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|
2005 |
2004 |
2003 |
2002 |
02-05 |
|
Jorr |
8 |
0 |
0 |
26 |
34 |
|
Tora |
437 |
191 |
171 |
323 |
1122 |
|
Torhild |
38 |
0 |
20 |
67 |
125 |
|
Sven |
42 |
24 |
20 |
71 |
157 |
|
Gudrun |
243 |
124 |
149 |
60 |
576 |
|
Tordis |
228 |
192 |
62 |
0 |
482 |
|
Olof |
12 |
0 |
0 |
12 |
24 |
|
Karin |
4 |
0 |
0 |
0 |
4 |
|
Inger |
48 |
8 |
0 |
0 |
56 |
|
Doris |
27 |
0 |
0 |
0 |
27 |
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Tabelle 2: Vergleichende Sortenversuche bezüglich Ertragsniveau, Schäden durch Blattrost, Insekten und Frosteinwirkung in Schweden. Als Referenz dient die Sorte Nr. 78183 der Firma Svalöf Weibull
|
Sorte/Klon |
Ertragsniveau |
Blattrost |
Insekten* |
|
L78183 (ref.) |
100 |
100 |
100 |
|
Jorr |
121 |
38 |
79 |
|
Tora |
158 |
0.3 |
44 |
|
Torhild |
122 |
2 |
87 |
|
Sven |
137 |
0.3 |
116 |
|
Olof |
147 |
12 |
44 |
|
Gudrun |
145 |
0 |
28 |
|
Tordis |
131 |
0 |
63 |
|
Inger |
144 |
2 |
54 |
|
Doris |
149 |
37 |
19 |
|
Karin |
126 |
5 |
116 |
* Triebschäden verursacht durch Gallmücken
Tabelle 3: Jährlicher Zuwachs (t TS/ha) verschiedener Sorten in schwedischen Sortenversuchen Als Referenz dient die Sorte Nr. 78183 der Firma Svalöf Weibull. Die Anzahl der Versuche steht in Klammern.
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Sorte/Klon |
1. Ernte |
2. Ernte |
3. Ernte |
4. Ernte |
|
|
L78183 (ref.) |
5,7 (36) |
8,8 (23) |
9,1 (4) |
8,5 (2) |
|
|
Orm |
6,5 (23) |
10,0 (18) |
10,1 (4) |
11,8 (2) |
|
|
Jorr |
6,4 (25) |
10,4 (18) |
11,1 (3) |
13,9 (2) |
|
|
Tora |
7,3 (17) |
13,5 (9) |
13,3 (3) |
21,7 (2) |
|
|
Lorden |
5,3 (17) |
11,0 (9) |
10,6 (2) |
14,7 (2) |
|
|
Durchschnitts- ertrag1 |
6,2 |
10,7 |
10,8 |
14,1 |
|
|
Relativer ertrag |
100 |
173 |
174 |
227 |
|
1 Erträge der fünf Sorten, die über vier Umtriebe in Sortenversuchen wissenschaftlich untersucht wurden.
Aus Larsson S., 2001: Commercial varieties from the Swedish willow breeding programme. Aspects of Applied Biology, S. 193-198
Kontakt in Deutschland: Carsten Neumeister
Tel: 035246/5190-47 Fax:-46, Funk 0179/5112055, carsten.neumeister@lantmannen.com
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